Anna Lena Diel

Anna Lena Diel

Autorin mit Blick in die Zukunft

Ich hatte eine spannende Kindheit: Ich flog zu den Sternen, erlernte Magie, suchte nach Schätzen, bekämpfte Dämonen, tauchte bis auf den Meeresgrund hinab. Bücher waren immer Teil meines Lebens, genauso wie der Wunsch eines Tages als Schriftstellerin zu arbeiten. Zwar verfasste ich nach dem Abitur mein erste vierhundertseitige Geschichte (die verständlicherweise von sämtlichen Verlagen abgelehnt wurde, denen ich sie anbot), widmete mich im Studium jedoch meiner zweiten Leidenschaft: dem Naturschutz. 

Ich begann in Kiel Agrarwissenschaften zu studieren und vertiefte mich im Hauptstudium auf Umweltwissenschaften und die Titel der neu eingetroffenen Bücher in meinem Regal änderte sich. Mit einem Mal stand ich bis zu den Knien in Büchern zur Bodenkunde, Hydrologie und Ökologie. 

Die Zeit verstrich, der Bachelor wurde erreicht und der Master trat in Reichweite. Zum Ende meines Studiums hielt ich mich bevorzugt im Ökologiezentrum auf, stierte durch ein Binokular und bemühte mich verbissen, den unter der Linse liegenden Laufkäfer so hinzudrehen, dass ich die Haare an seinen Beinen zählen konnte, um mit deren Hilfe seine Art zu bestimmen. Ich bin sogar richtig gut darin, was jedoch nicht verwunderlich ist. Andreas Eschbach sagte einst über das Schreiben: »Wer hunderttausend Wörter geschrieben hat, kommt nicht umhin, danach besser zu sein als zuvor.«

Nun, Gleiches gilt für das Bestimmen von Laufkäfern.

Nach dem Studium ging es dann zunächst daran Berufserfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen, wurde aber schon bald vom Kinderwagenschieben und Windelwechseln abgelöst. Dennoch fand ich weiterhin Zeit zum Schreiben. Zudem empfand ich meinen Stil inzwischen so weit gereift, dass ich bereit war die Früchte meines Schaffensprozesses der Öffentlichkeit zu präsentieren. Eifrig arbeitete ich an meinem Manuskript, das jeden Tag ein wenig mehr wuchs.

Doch kaum hatte ich die Geschichte beendet, wanderte sich auch schon in die berüchtigte Schublade. Noch immer nicht gut genug. Aber schon steckte ich meine kreative Energie in ein neues Manuskript.

Meinem Debüt.

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