Anna Lena Diel

Anna Lena Diel

Autorin mit Blick in die Zukunft

REZENSION: Das Institut

REZENSION

Das Institut von Stephen King

Random House Audio | 21h und 02 min | Erschienen am 10.09.2019

KLAPPENTEXT⁠

Der neue große Stephen King.

In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Endringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Luke erfährt, dass andere Kinder vor ihnen nach einer Testreihe verschwanden. Und nie zurückkehrten.

Mit David Nathan haben Kings Horror-Meisterwerke ihren kongenialen Interpreten gefunden.

 

MEINE MEINUNG
Ich hatte Stephen King erst relativ spät für mich entdeckt. Vor knapp zehn Jahre, also mit Anfang Zwanzig. Mir erging es jedoch, wie so vielen anderen: Kaum hatte ich das erste Buch durch, griff ich schon nach dem Nächsten. Gibt ja reichlich Auswahl.
Eine Offenbarung waren für mich jedoch die von David Nathan gesprochenen Hörbücher von Stephen King. Wow! Ich bekomme schon eine Gänsehaut, wenn ich nur an diese Kombination denke. David Nathan schafft es mir allein mit seiner Stimme eine solche Angst einzujagen, dass ich mich selbst an einem strahlenden Sommertag beklommen herumdrehe.

Seit Jahren bin ich nun ein brennender Fan von Stephen King. Ich habe noch nicht alle aber verdammt viele seiner Bücher gelesen, bzw. gehört. Dank Herrn Nathan bevorzuge ich bei den Werken von King tatsächlich Hörbücher.
Dennoch fiel es mir bei seinen letzten Werken verdammt schwer, die Bücher zu beenden. Sowohl »The Outsider« als auch »Sleeping Beauties« empfand ich als extrem zäh und langatmig. Klar, Herr King war schon immer langatmig, das macht auch seine Bücher aus. Zuvor hatte er sich jedoch in Details verloren, die zumindest noch für die Figuren relevant waren. In den letzten Werken jedoch … mich interessieren wirklich nicht die Lebensweisheiten der Tante eines einmal erscheinenden Nebencharakters.

Entsprechend waren meine Erwartungen an sein neustes Werk: Das Institut.


Ich hoffte, dass King mich nicht enttäuschen würde, erwartete jedoch das Niveau der letzten beiden Jahre … welche auch innerhalb der ersten Stunde des Hörbuches erfüllt wurden.
Die Geschichte um Tim hat mich nicht wirklich fesseln können und auch jetzt denke ich, dass man sie erheblich kürzen könnte. Ich würde beispielsweise erst ab dem Punkt einsetzen, wo er das Schild entdeckt.  Ehrlich gesagt war ich kurz davor abzubrechen, was mir bei einem Hörbuch von Stephen King zum ersten Mal passiert wäre. Zu diesem Zeitpunkt tauchten jedoch schon die ersten Rezensionen dieses Buches im Internet auf und ließen meine Hoffnung neu erwachen. Ich biss also die Zähne zusammen und hielt durch.


Und dann, als endlich die Perspektive von Tim zu Luke wechselte, hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. Ich wollte das Hörbuch gar nicht mehr ausschalten, habe es mehr oder weniger in einem Rutsch durchgehört.

»Das Institut« kann nicht mit »Es« oder »The Standing« mithalten, doch es ist ein Pageturner ist er allemal und viele der Szenen werden für immer in meinem Kopf hängen bleiben. Zudem hat mir auch das Ende gut gefallen, was ich nicht von allen seinen Büchern behaupten kann, wie z.B. bei »Die Arena« – tolle Geschichte aber am Ende will man nur noch die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Dieses Ende ist jedoch rund und lässt den Leser sowohl befriedigt, als auch leicht nachdenklich zurück.

Von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung.

@ Foto: Anna-Lena Diel
Cover: Heyne Verlag

10.10.2019

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