Warum ich keine Schreibblockaden habe …
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Warum ich keine Schreibblockaden habe …

Und warum diese Behauptung eine Lüge ist … und eigentlich auch nicht.

Die meisten haben sicherlich schon davon gehört, manch einer vielleicht sogar erlebt. Da sitzt man vor dem Rechner, der Cursor blinkt vor sich hin aber man bekommt einfach nichts zustande.
Schreibblockade.
Kacke.

Inzwischen gibt es nicht nur zahlreiche Artikel darüber, wie man eine solche Blockade überwindet, sonder ganze Bücher haben sich diesem Problem zugewandt und bieten Ratschläge an.

Ich selbst habe stets gesagt, dass ich keine Schreibblockaden habe. Und das werde ich auch weiterhin tun – obwohl auch ich manchmal vor dem Monitor sitze und frustriert schnaufe, während ich mehr Wörter lösche, als ich neu tippe.
Manchmal hat man einfach solche Tage. Irgendwie will es einfach nicht laufen. Alles fühlte sich falsch und sperrig an, als versuche man, zu lange Holzlatten in einen Transporter zu schieben. Man quält sich von einem Satz zum nächsten und wenn man sich das Ergebnis am nächsten Tag anschaut, schlägt man die Hände vor das Gesicht und ist froh, dass niemand diesen Schund zu lesen bekommen hat.

Auch ich kenne solche Tage – oh ja, das tue ich! Aber würde ich da von einer Schreibblockade sprechen? Nein, auf gar keinen Fall. Denn Schreibblockade ist so ein schreckliches Wort. Denn was hat man vor Augen, wenn man dieses Wort hört? Ich selbst sehe so eine grellgelbe Absperrung vor mir, am besten noch mit einem blinkenden Licht oben drauf. Und diese Absperrung teilt mir mit: »Stop! Hier geht es nicht mehr weiter!«

Blockade sind massiv. Wenn ich nun anfangen würde, mich an diesem Wort festzuklammern oder es am besten noch laut auszusprechen, dann wird diese Absperrung vor meinem inneren Auge immer größer und größer, bis sie unüberwindlich vor mir aufragt. Die Blockade wächst quasi von allein.

Bild von NickyPe auf Pixabay 

Und genau aus diesem Grund habe ich keine Schreibblockade. Ich habe vielleicht mal einen schlechten Tag, an dem es mit dem Schreiben einfach nicht funktionieren will. Manchmal auch zwei oder drei oder sogar eine ganze Woche. Aber schlechte Tage gehen vorüber. Sie ziehen an uns vorbei wie Regenwolken. Irgendwann verschwinden sie von ganz alleine. Wir legen uns abends schlafen und am nächsten Morgen scheint vielleicht schon wieder die Sonne. Man setzt sich an den Rechner und siehe da – mit einem Mal klappt es wieder.

Der Unterschied ist:
Blockade sind massiv und man muss sie aktiv aus dem Weg räumen.
Schlechte Tage verschwinden meist von ganz allein.

Allein, indem ich eine andere Beschreibung verwende, wird das Problem schon kleiner.

Und trotzdem möchte ich dir noch ein paar Tipps an die Hand geben, mit denen ich solche schlechten Tage manchmal verkürzen kann 😉

Schalte dein Lieblingshörbuch ein.
Ich selbst hole in solchen Momenten meist etwas von Stephen King raus. In Kombination mit dem Sprecher David Nathan sind diese Geschichten ein Genuss. Und während ich dem Hörbuch lauschte, mache ich etwas anderes, etwas mit meinen Händen, über das ich nicht viel nachdenken muss. Ich putze vielleicht, oder bereite das Essen vor. Und wenn ich nach einer halben Stunde wieder an den Rechner zurückkehre, geht mir das Schreiben meist gleich viel einfacher von der Hand.

Wenn du nicht schreiben kannst, dann überarbeite.
Und falls es mit dem Hörbuch doch nicht funktioniert? Dann mache ich mich halt daran, einige Kapitel zu überarbeiten. Meist hilft mir das schon, den schlechten Tag ein wenig zu vertreiben.

Es gibt immer etwas zu tun.
Und wenn nichts davon hilft? Dann ist heute einfach kein Tag zum Schreiben. So ist das halt manchmal. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Schreibzeit ungenutzt verstreichen lassen muss: Denn schließlich gibt es immer etwas zu tun. Man könnte beispielsweise anfangen, mit der Rechtschreibkontrolle die bisherigen Kapitel einmal durchzugehen. Oder wenn man mit Papyrus arbeitet, kann auch gerne schon mal anfangen, Wortwiederholungen aufzuspüren. Vielleicht überprüfst du noch einmal den Plot. Oder du widmest dich ganz anderen Bereichen. Vielleicht braucht deine Webseite mal wieder ein wenig Beachtung, oder du bereitest für den Autoren-Account in den sozialen Medien etwas vor. Oder, oder oder …

Oder du klappst den Laptop einfach zu und beschließt, die Zeit für einen erholsamen Spaziergang zu nutzen. Denn, wie gesagt: Es sind nur schlechte Tage. Und die gehen von alleine vorbei ^^