Wie es zu dem neuen Cover kam
Betäubter Wille

Wie es zu dem neuen Cover kam

Als Selfpublisher:in muss man verdammt viele Fähigkeiten besitzen. Zwei davon sind: Kritikfähigkeit aber auch die Fähigkeit, sich Fehler zu verzeihen und daraus zu lernen.

Klar, ich hätte gerne von Anfang an alles richtig gemacht. Habe ich aber nicht. Und das nicht, weil ich nicht nachgedacht oder unbedarft gehandelt habe.
Im Gegenteil: Beim ersten Cover habe ich mir unzählige Gedanken gemacht, nur leider wusste ich vieles noch nicht, bzw. ich bin von anderen Annahmen ausgegangen.

Aus meiner Sicht war Betäubter Wille vor allem ein Kriminalroman – fragt lieber nicht, wie viele Stunden ich mit dem Umschreiben und Neuanlegen der Hinweise und Ermittlungslinien verbracht habe. Ich hatte drei Testleser und nach jedem Lesedurchgang habe ich etwas an dem Manuskript hinzugefügt oder gelöschte. Es entstand sogar eine ganz neue Nebenhandlung und ein Kapitel, das ich eigentlich verworfen hatte, kehrte ins Buch zurück.

Der dystopische Unterton und das »Worldbulding‹ sind mir hingegen sehr leicht gefallen. Das lief mehr oder weniger nebenbei ab – ganz einfach deshalb, weil meine Gedanken sich unentwegt darum gedreht haben.

Kein Wunder, dass ich mich beim Cover zunächst allein auf den Kriminalaspekt konzentriert habe – was ja im Grunde auch keineswegs falsch ist. Obwohl die Geschichte im Jahr 2029 spielt, ist sie wie ein klassischer Krimi angelegt, der manch einen Leser vielleicht an Sherlock Holmes erinnern mag. Und auch der Ermittler selbst hat eine recht altmodische Art. Beides habe ich bewusst so angelegt, um einen Kontrast zu dem leicht futuristischen Setting zu haben.

Erst die ersten Rezensionen zu diesem Buch kamen, wurde mir bewusst, dass sich die Leser vor allem auf den Zukunftsaspekt des Romans konzentrierten. Der allgemeine Tonus war: »Klar, der Fall ist spannend, aber was mich wirklich umgehauen hat, war …«

Betäubter Wille - Anna Lena Diel

Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, auch wenn es im Nachhinein offensichtlich erscheint.
Trotzdem habe ich das alte Cover zunächst behalten. Nur leider musste ich feststellen, dass sämtliche Werbemaßnahmen verpufften. Die Leute haben zwar auf mein Buch geklickt, es kam jedoch kaum zu Käufen.
Kurz gesagt: Das altmodisch angehauchte Cover lockte nicht jene Leser an, die sich auch vom Klappentext überzeugen ließen.

Tja – nach Langem Hin und Her habe ich mich dann schließlich durchgerungen, erneut Geld in die Hand zu nehmen und ein neues Cover in Auftrag zu geben. Dieses Mal sollte der futuristisch/dystopische Aspekt der Geschichte aufgegriffen werden.
Und was soll ich sagen? Thorsten von Buchgewand hat wieder fantastische Arbeit geleistet. Ihr werdet seine Arbeit übrigens auch bei meinem nächsten Roman bestaunen können, der (hoffentlich) noch dieses Jahr erscheinen wird.

Ich liebe das neue Cover – und trotzdem muss ich zugeben, dass mein Herz ein wenig blutet. Denn das alte Cover repräsentiert irgendwie Arthurs Seele. ⁠

Aber was soll man machen, wenn die Verkäufe ausbleiben?⁠

Richtig: Aus seinen Fehlern lernen 😁⁠